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LaaerBergbauern

Ökosoziales Landwirtschaften am Laaer Berg in Wien

Was ist eine gemeinsame Landwirtschaft?

Die Erscheinungsformen für eine GeLa (gemeinsame Landwirtschaft) oder SoLawi (solidarische Landwirtschaft) sind vielfältig und boomen aus vielen Gründen von Amerika bis Japan. Unterscheiden muss man zwischen CSA (Community supported Agriculture) und CMA (Community made Agriculture).

– Bei einer CSA (etwa 30 in Österreich) entsteht ein Partnerverhältnis von einer Gemüse- Kunden/Konsumenten-gruppe mit einem professionellen Biolandwirt. Ein zu gründender Mitgliederverein vorfinanziert den Biolandwirt und jedes Mitglied erhält dafür einen Gemüseanteil.

– Bei einer CMA, (derzeit 6 in Österreich davon 5 in Wien) um die es hier geht, wird die Landwirtschaft von einem Verein von Mitgliedern selbst gegründet und selbst geführt. Ohne gewerblichen Bauern. KonsumentInnen und ProduzentInnen sind eins. Man spricht deshalb auch von PROSUMENTINNEN.

Wie entsteht eine CMA?

Eine Gruppe von Interessierten, meist aus allen Bevölkerungsschichten, multikulturell und ökologisch orientierte Menschen, oder Menschen, die aus vielfältigen Gründen, also auch aus finanziellen Gründen hochqualitatives Gemüse zur Selbstversorgung produzieren wollen, finden sich in einem Verein und pachten Land. (Meist innerhalb der Stadtgrenze). Die Investitionskosten und laufenden Kosten werden durch Mitgliedsbeiträge und /oder Förderungen abgedeckt.  Der Verein erstellt im gemeinsamen Konsens einen jährlichen Anbauplan und baut Obst und Gemüse gemeinschaftlich an. Das bedeutet, dass nicht wie in den „Gemeinschaftsgärten“ die Flächen unterparzelliert werden an die Mitglieder sondern dass jede Gemüseart nur einmal und zwar gemeinschaftlich angebaut wird. Dadurch wirkt eine CMA im Gegensatz zu „Gemeinschaftsgärten“ eher wie eine Landwirtschaft. (keine Abzäunungen, grosse Gemüseflächen, keine Verhüttelung ) und ist auch de facto eine Landwirtschaft. Die meisten CMA haben bei der Landwirtschaftkammer eine Landwirtschaftsnummer, die kein Gemeinschaftsgarten sonst hat.

Was sind 10 gute Gründe, um eine „Gemeinsame Landwirtschaft“ zu betreiben?

Gesundes tagesfrisches regionales Biogemüse zu essen, von dem man weiß, wie es gemacht wurde.

– dieses in Gemeinschaft und Arbeitsteilung zu tun mit Menschen, die an Ähnlichem interessiert sind.

– viel dabei zu lernen über Nahrung und deren Herstellung, aber auch über Menschen und Kulturen.

– viel weniger zuzahlen für Höchstqualität, die Bionormen weit übersteigt, dafür aber Zeit zu investieren.

– einen ökologischen Beitrag zu leisten, durch nachhaltig geführte, sortenreiche Biolandwirtschaft.

– einen polit. Beitrag zu leisten, durch sinnhafte Mit-gestaltung und Verantwortung eines Stück Landes.

– gemeinsam einen schönen Ort zu schaffen, der für alle da ist, und der seelisch gut tut.

– einer gesunden körperlichen Tätigkeit nachgehen, die Sinn macht….im Gegensatz zum Fitnessstudio.

– ein Netzwerk an Menschen gewinnen, durch das man Neues entdeckt und oft auch unterstützt wird.

– einen Ort und Tätigkeit zu haben, die für die ganze Familie interessant ist. Kinder wachsen leicht hinein.

Bedenken gibt es eigentlich nur eines: Dass man es sich und der Gemeinschaft nicht zutraut, sich so zu koordinieren und abzustimmen, dass alles gelingt. Aber dies ist, genau betrachtet, exakt unsere Aufgabe als Menschheit, dies in Frieden und Respekt und auf Augenhöhe miteinander zu lernen in unserer immer globaleren Welt. Deshalb: Nur Mut….und möge die Übung gelingen.

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